Kleiner Versuch über die Langsamkeit

Heute schreibe ich mal wieder in eigener Sache – denn die schreibende Kanalratte gehört zu den eher Langsamen in der Läuferzunft. Und zu denen, die glauben, dass Langsamkeit nicht immer was mit Zu-spät- Ankommen, sondern auch etwas mit erhöhter Intensität zu tun hat. Erinnert sich noch jemand an die Sache mit Achill und der Schildkröte, die uns von dem frühgriechischen Philosophen Zenon überliefert ist? Achill, der später startet als die Schildkröte, wird diese nie einholen, weil er immer zunächst den Punkt durchlaufen muss, den die Schildkröte gerade passiert hat — auch wenn die Intervalle immer kleiner werden. Beschäftigen wir uns jetzt mal nicht mit der mathematischen Auflösung dieses Gedankenspiels – sondern mit der läuferpsychologischen Quintessenz. Langsames langes Laufen vermittelt einen Grad von psychischer Zufriedenheit, von Intensität der Landschaftserfahrung, von physischem Wohlbefinden – und von geistiger Frische, die der Sprinter nie erreichen wird. Er ist einfach nur_ ausgepumpt – der Langsame dagegen hat aufgetankt.

Überholen lassen wollen wir uns trotzdem nicht!

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

Du kannst folgende HTML-Tags benutzen: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>