Holzwege

“Holzwege” – so der Titel eines der bekanntesten Bücher des Philosophen Martin Heidegger, der gerne auf die Erfahrungen seiner Schwarzwaldheimat zurückgriff — auf die Wege, die die Waldarbeiter ins Dickicht schlugen, um das Holz abtransportieren zu können, die aber irgendwo im Nichts endeten. Der Holzweg nichtet, so würde Heidegger vermutlich sagen.

Auch die Kanalratte hat ihre ganz persönliche Läufererfahrung mit einem Holzweg gemacht – und zwar so, dass sie am Ende weder laufen noch denken konnte.

Die Kanalratte fährt mit ihrem Coach ab und zu in den Grunewald zum Spezialtraining. Und der Coach, sportlich fit und hochaktiv‚ hat da so seine Ideen: So jagt er die Kanalratte die Kiesgrube rauf und runter, oder auf den Teufelsberg rauf, wieder runter und dann die Treppen zum Drachenfliegerberg hoch. Toll!

Letzte Woche kam er auf die Idee, zum Grunewaldtunn rauf, zur Havelchausee runter und von der anderen Seite wieder raufzulaufen. Auch toll! Da wählte er dann einen schmalen Fußpfad, von Wurzelwerk durchsetzt, der sich Schritt für Schritt zum Extremcrosslauf entwickelte. Zunächst Äste, dann kleine Baumstämme, dann schließlich ein Gelände wie nach einem Taifun. Riesige Stämme überall. Und dann irgendwann Ende. Ein Zaun. Das Nichts. Die Kanalratte schnaufte und kapitulierte.

Wir waren auf einem Holzweg. “War doch ne gute Abkürzung” meinte der Coach, der nicht schnaufie.

Fazit: Nicht nur bei Heidegger, auch im Grunewald gibt es Holzwege. Und: Auch mein Coach ist eine Ratte. Eine Kanalratte!

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